Wenn Männer Männer lieben

Hallo (:
Ich bin der Yonas, 18 Jahre jung und blogge regelmäßig auf meinem Blog mryrd.com – Ich möchte heute ein wenig über das Daten und Flirten reden. Nicht das „normale“ Flirten, sondern das, wenn man homosexuell ist. Ich möchte gleich dazu sagen, ich werde sehr viel pauschalisieren müssen, da es sonst zu lange dauert und ich möchte euch keinen Roman hier schreiben. Ich bitte hierfür um Verständnis! Viel Spaß beim Lesen.

Wer wünscht ihn sich nicht – einen schwulen besten Freund, der mit dir shoppen geht und dich wie Guido Maria Kretschmer berät! Über Jungs redet und über den neusten Tratsch Bescheid weiß. Der mit dir zusammen Fingernägel lackiert und bei Titanic Rotz und Wasser heult!

Ich muss euch leider enttäuschen Mädels, so viele Schwule, die so sind, gibt es gar nicht. Da kommen wir auch gleich zum Punkt! Bekanntlich sind ja Schwule auch nur Menschen, demnach gibt es einen Haufen an Gemüter. Es gibt zum Beispiel im „Schwulen-Fachchargon“ so genannte „Twinks“, das sind Männer, die eher jugendlich aussehen, „Bears“, welche meist etwas korpulenter und bärtig sind, „Hunks“ welche durchtrainiert sind (eher zum extremeren) oder „Straight guys/Heterolike“, welche keine klischeehaften Züge aufzeigen. Das ist sozusagen zu Vergleichen mit den „Lipstick-Lesben“, also sehr weibliche Lesben und den „Butches“ (Auch gerne als Hardcorelesben bezeichnet) welche eher zum männlicheren Erscheinungsbild tendieren.

Wir werden alles anhand eines kleinen Beispiels durchspielen.

Stell dir vor, du seist männlich, Mitte 20, schwul und auf der Suche nach einer festen Beziehung. Wenn man es nicht erwähnen würde, würde es keiner wissen. Du suchst einen Partner, der auf gar keinen Fall eine Tunte ist. Er sollte „heterolike“ sein.

Du gehst mit deinen Freunden feiern. Es ist eine ganz stinknormale Party in einem Club. Du meidest die „Szene“, also Clubs und Bars extra für Schwule, da dort alle möglichen Klischees rumrennen und du willst ja eigentlich einen „ganz normalen Mann“ als Partner.

Die Stimmung auf der Party ist gut, du und deine Freunde tanzt ausgelassen und ihr habt viel Spaß!

Das nächste Problem, dass du hast, ist Folgendes: Du weißt nicht, wer hier auf Männer steht! Und offensichtlich fragen ist nicht die Option. Du siehst ein paar gutaussehende Männer, versuchst mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Du tanzt ab und an einen Mann an, der sich angewidert von dir wegdreht. Aber du kommst ins Gespräch mit einem! Du erwähnst nebenbei, dass du auf Männer stehst. Dein Gegenüber plädiert „Er habe nichts gegen Schwule, er findet es cool. Aber es sei nichts für ihn“. Das höchste was für dich bei einem Partybesuch rausspringt ist vielleicht mal ein One Night Stand, weil der Partner für eine Nacht absolut betrunken ist, und nicht weiß, was er macht. Aber du willst endlich eine Beziehung.

Du meldest dich voller Hoffnung bei einer Gay Dating Website an. Gleich nachdem du dein Profil komplettiert hast, schreiben dich die ersten Leute an. „Bock auf CS?“ (CS=Cybersex); „Wie groß ist deiner?“; „Willst du mein Sklave sein?“  – du bist angewidert von dem Ganzen und meldest dich wieder ab.

Es wird immer frustrierender, einen Freund zu finden, der deinen Vorstellungen entspricht. Es gibt schon so „wenig“ Schwule und dann musst du aus diesen „wenigen“ noch den „richtigen“ finden. Katastrophe!

Du lernst aber auf einem Geburtstag deiner guten Freundin einen sehr netten Typen kennen. Er wäre perfekt für dich! Ihr kommt ins Gespräch. Er zeigt sich nicht abgeneigt und ihr tauscht Handynummern aus. Am nächsten Morgen bekommst du eine Whatsapp-Nachricht von deiner Bekanntschaft. „Lust einen Kaffee zu trinken?“ – du willigst natürlich ein. Ihr trefft euch. Ihr beginnt euch öfters zu sehen. Aus einmal in der Woche, werden jeden 2. Tag. Eine Beziehung bahnt sich an. Doch kurz vor dem ersten Kuss, zieht die Bekanntschaft zurück. „Er sei noch nicht bereit dazu, er wisse überhaupt noch nicht, ob er auf Männer stehe“. Ein massiver Rückschlag für dich!

 

Ich möchte hier einen Cut machen, denn ich könnte endlos so weitermachen! Natürlich gibt es manche Männer, die ihren perfekten Partner auf Anhieb finden. Aber es ist auf gar keinen Fall einfach! Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Männern – und dann auch noch einen zu finden, der zu dir passt. Glaubt mir Mädels – ihr denkt, ihr habt es schwer? :D

Viele Schwule sind oftmals nur auf Sex aus. Eine feste Bindung wird aber generell mit zunehmenden Zeitalter immer schwieriger zu finden!

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, wie es ist, schwul zu sein und dann auch noch einen Partner zu finden! Natürlich ist es nicht immer so schwer :p Wenn ihr interessiert daran seid, wie ich mit meinem Freund zusammengekommen bin und wie wir es bis jetzt geschafft haben 3 Jahre zusammen auszuhalten, lasst es mich in den Kommentaren wissen :p Vielleicht gibt es dann eine kleine Fortsetzung hiervon!

In diesem Sinne,

cheers

Yonas

xx

 

Foto: Guillaume Paumier, Creative Commons-Lizenz

3 Comments

  • Antworten Juli 3, 2014

    Saskia

    Das hört sich gar nicht typisch „schwul“ an. Das könnte ich auch so (bzw. fast) auch für Freunde von mir unterschreiben. Die Partnersuche ist wohl generell mehr als schwierig. Manche suchen auch schon mehrere Jahre… Muss sich nicht alles zufällig ergeben? Wie war es bei euch?

  • Antworten Juli 3, 2014

    Anna

    Ja das würde mich auf jeden Fall interessieren! :)

  • Antworten Juli 4, 2014

    Mikki

    Das Problem stellt sich wohl Homosexuellen generell.
    Auch als lesbische Frau ist es vergleichbar schwierig, eine Frau zu „angeln“, die nicht diesen behinderten Klischees entspricht oder sich nur über ihre Sexualität definiert und welche vielleicht ein gewisses Maß an Intellekt und guten Umgangsformen hat.
    Und sicher, das Äußere ist auch nicht zu verachten.
    -Solche Frauen (und Männer) gibt es sicher in rauen Mengen.
    Das einzige Problem dabei ist, die kleine Anzahl der sexuell „Gleichgesinnten“, als solche zu identifizieren, was schwieriger wird, je weiter du dich vom Klischee entfernst.
    Allerdings würde ich nicht sagen, dass es Heterosexuellen nicht ähnlich schwierig ergehen kann. Ich denke es hat generell, ganz klinisch, sehr viel mit den Auswahlkriterien und dem lokalen „Angebot“ zu tun ;)
    Und oftmals helfen am Ende ja doch die Partys oder Internetseiten, wo sich Gleichgesinnte (nicht reduziert auf die Sexualität) zusammenfinden können.

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