Liebe pipapo – Themenfindung führt zu unerwiderter Liebe

Da mir für meinen eigentlich für heute vorgesehenen Text noch die Einwilligung zweier darin stattfindenden Personen fehlt, kann ich euch diesen leider noch nicht präsentieren. Nur so viel sei gesagt: Der Titel lautet „vergeben & vergessen?!

Manchmal ist es gar nicht so einfach auf „Zwang“ einen schönen, sinnerfüllten,  vor-neuen-Erkenntnissen-strotzenden Text über Liebe pipapo aus dem Ärmel zu schütteln. Dann sitze ich vor einem leeren Textdokument auf dem ich schonmal „Überschrift“ und meine Grußworte eingegeben habe – dazwischen der dicke, schwarz blinkende Balken, der ungeduldig darauf wartet, dass ich an seiner Stelle Buchstaben zu Worten und Sätzen zusammenfüge.

Tanja_V3Ich fühle mich irgendwann, als klopfe man mit einem kleinen Reflexhämmerchen direkt auf mein Hirn ein, um zu testen, ob ich einen Schreibreflex habe. Stattdessen beginnt lediglich mein rechtes Auge irgendwann zu zucken, wie das des Eichhörnchens Hammy aus Ab durch die Hecke und ich verspüre das dringende Bedürfnis den zwischen meinen Ohren umherschwirrenden Wüstenbusch zu beseitigen und… wasche Wäsche. Mache irgendwas um mich abzulenken, um mich dann erneut vor den Rechner zu setzen und den Bildschirm anzustarren.

„Nagut. Nutzt ja nichts, Tanja!“, denke ich mir, schüttele meinen Kopf, klopf mir mit beiden Händen auf die Wangen, blinzle ein paar Mal übertrieben und beginne das Internet nach aktuellen Artikeln zu diesem „Liebe pipapo“ zu durchforsten.

Der erste Eintrag, wenn man ganz stupide nach „Liebe“ googled, stammt von Wikipedia und beginnt mit den Worten: 

Liebe (über mhd. liep, „Gutes, Angenehmes, Wertes“ von idg. *leubh- gern, lieb haben, begehren[1]) ist im Allgemeinen die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch einem anderen entgegenzubringen in der Lage ist.
Der Erwiderung bedarf sie nicht.

DER ERWIDERUNG BEDARF SIE NICHT? wtf?! Nagut, äh, ja… nee (ich bekomme wieder das Hammy-Gesicht). Ich lese gar nicht erst weiter, sondern frage mich „Kann es wirklich Liebe sein, wenn dieses Gefühl nicht erwidert wird?“

Meines Erachtens kann das so nicht funktionieren.  Unmöglich. Ich stelle mir diese Situation der unerwiderten oder einseitigen Liebe eher als eine Art Abhängigkeitsverhältnis vor: Ein Mensch sieht in einem anderen Menschen etwas, wonach er sich sehnt – dies mag Nähe, Zuneigung, Verständnis, Geborgenheit, Sicherheit… oder eines der vielen anderen wohligen Gefühle sein, die sich ein jeder wünscht. Doch dann das Problem: Der Mensch, dem man die Befriedigung dieser Bedürfnisse zuspricht, kann diese Wünsche nicht erfüllen.  

Ich wage fast den – zugegebenermaßen etwas harten – Vergleich (entschuldigt!) zu einem Kind, welches von seinen Eltern misshandelt wird und dennoch auf die Frage „Liebst du deine Eltern?“ mit „Ja.“ antworten würde. Dieses Kind sucht den vermeintlichen Fehler bei sich und denkt, solange es nur lieb ist und nichts anstellt, werden seine Eltern auch wieder lieb sein – es sind ja schließlich die Eltern, die müssen einen lieben.

So ungefähr (!) mag ein hoffnungslos verliebter Mensch auch denken „Aber wieso liebt er/sie mich nicht? Ich bin doch so liebenswert. Ich muss etwas an mir ändern.“ Nein! Einfach nein. Weder der Mensch, der einseitig liebt, noch das Kind, dessen Eltern $%?§Totenkopfsmiley%§&“§ sind müssen auch nur einen Hauch an sich ändern!

Eine Liebe, die nur man selbst fühlt, ist keine Liebe. Diese Behauptung stelle ich jetzt einfach mal schamlos auf. Es ist doch erst richtig erfüllend, wenn man das Funkeln in den Augen des Gegenübers sieht und durch Worte und Handlungen spürt, dass der andere einen genauso schätzt wie man ihn. Erst wenn es soweit ist, kann doch ein Verbund der Liebe und diese wohlige Wärme entstehen, wonach man sich sehnt… alles andere ist vielleicht der Wunsch nach Liebe, die Sehnsucht, die in einem schlummert und die man so gerne endlich erfüllt wissen will.

Gut, anders mag es vielleicht sein, wenn die Liebe mal vorhanden war und man sich auseinander gelebt hat oder ein Vorfall die Liebe zerstört hat. Dann liebt man den anderen vielleicht noch, merkt aber, es kann so nicht weiter gehen. Aber das steht auf einem ganz anderen Blatt Papier, in einem ganz anderen Zusammenspiel aus Worten…
 

Schwierig. Wie seht ihr das? Kennt ihr so ein Gefühl? Wie würdet ihr es im Nachhinein beschreiben?
 

Tüddelü.
Eure Tänne        

Foto: Olga Silber / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by-nc)

1 Comment

  • Antworten November 8, 2014

    Nadja

    Ja, ich kenne das Gefühl relativ gut.. Ich würde es auch nicht, als einseitige Liebe bezeichnen, denn es ist eher das Gefühl davon, dass es schön wäre einander zu lieben, dass da so eine Art Sehnsucht ist, weil die Beziehung, die daraus entstehen könnte ganz sicher wunderbar werden würde.. da ist es noch so egal wie oft wie viele Menschen dir sagen, dass das niemals so werden würde, wie man selbst hofft.. man will es einfach.. was man nicht bekommt, das will man haben – wie Pohlmann in seinem einem Lied singt.. das beschreibt dieses Gefühl auch ziemlich gut, wie ich finde.. :D

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