Sex vs. Freundschaft

Ich solle mal wieder mehr über Sex schreiben, sagte eine Freundin mir vor einer Weile. Ja, gut… vielleicht habe ich da als ein in-einer-Beziehung-lebender-Mensch nicht mehr so viel zu berichten. Oh, Gott! Versteht mich nicht falsch. Mein Sexleben ist durchaus auslastend und befriedigend. Auch wenn wir uns zumeist ja nur am Wochenende sehen, aber dann muss halt auch einiges nachgeholt werden. Das bleibt allerdings in den eigenen vier Wänden. [Zumindest größtenteils. Kann ich ja nichts für, wenn die Wände dünn sind.]


Womit wir schon beim Thema wären: Vernachlässigt man Freundschaften sobald man in einer Beziehung ist? Ich habe immer gesagt, ich werde das auf keinen Fall tun. Und dadurch, dass ich ja nunmal eine Fernbeziehung führe, habe ich auch in der Woche – neben dem Sport – viel Zeit, mich mit meinen Mädels zu treffen. Nur heißt es dennoch „Tanja gibt’s am Wochenende halt nur im Doppelpack!“ Ich denke, meine Mädels verstehen es schon. Ich schlepp Männe ja auch überall mit hin, wenn Feiereien angesagt sind und die Ladies haben ja selbst größtenteils einen Partner… aber anders ist es natürlich schon. Und wenn ich die Wahl habe zwischen Sex und einer gemeinschaftlichen Zusammenkunft, würde ich mich im Eifer des Gefechts mitunter für die körperliche Vereinigung entscheiden.

Ein Kumpel von mir hat letztens auch bemerkt, dass wir uns seltener zu Gesicht bekommen und die These aufgestellt, dass Frauen mit vielen männlichen Freunden diese als Beziehungsersatz haben, bis sich eine ergibt. Ob das wohl wahr ist? Oh, Graus!

Es ist auf jeden Fall viel Wahres dran. Zu meiner Verteidigung möchte ich anbringen, dass mein bester Kumpel sich gerade nicht in Deutschland befindet und oben zitierter Herr in den letzten Monaten selbst am Wochenende immer Damenbesuch hatte.
Andererseits sucht die allgemeine Single-Frau natürlich Nähe zum anderen Geschlecht. Man will ja auch ab und zu mal eine starke Schulter zum anlehnen und nicht nur die weiche Brust der besten Freundin. Isso. Und hey, es ist auch mal gut fürs Ego mit den Jungs um die Häuser zu ziehen – nicht nur als Single.


Ich schau gerne Zombie-Splatter-Trash-Metzel-Horror-Filme, trinke Korn-O, geh zu Punk-Rock-Ska-Konzerten ab, rede nur über Sport-Nerd-Kram und – isnichwahr – läster über Weiber! Das sind Sachen, zu denen ich meine Jungs brauche. Und auch wenn ich nun meinen einen Herzmann gefunden habe, schiebe ich meine Freunde doch nicht einfach ab. Ich werde gebraucht! Aber: Ich dementiere hier auch ganz klar den Vorwurf, Männer in Single-Phasen als Beziehungsersatz benutzt zu haben – zum Sex benutzt, ja. Manchmal. Nicht als Beziehung.


Oder doch? Ich weiß es nicht. Was bedeutet es denn, jemanden als Beziehungsersatz zu benutzen?
Man trifft sich öfter, kocht zusammen, geht zusammen aus, lacht und weint miteinander und erzählt sich Dinge, die man nicht jedem erzählt? Aber genau das tut man in einer „reinen“ Freundschaft ja auch. Also, wo zieht man da die Grenze?
Es kann doch nicht sein, dass es auf die weiblichen Freunde bezogen bedeutet, man vernachlässige Freundschaften sobald man in einer Beziehung steckt und auf männliche Freunde bezogen, man hätte diese vorher als Beziehungsersatz verwendet!?
[Oh, nein… lasst mich bitte nicht mit dieser Männer-Frauen-Genderiesierungs-Debatte beginnen… ich könnte Romane schreiben und mich aufregen.] Wie empfindet ihr das?


Zum Abschluss verspreche ich euch [insbesondere dir – madame. du weißt, ich meine dich!] hiermit feierlich, ich krame demnächst in meiner gedanklichen Sex-Kiste und berichte mal wieder was Schlüpfriges. Irgendwelche Wünsche dazu? Fragen? Anregungen? Tänne steht Rede & Antwort.


Tüddelü.
Eure Tänne

Titelbild: Stefan Franke / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by-nc-nd)

1 Comment

  • Antworten Januar 23, 2015

    lena

    hey tänne :) ich kenne das auch sehr gut, dass „männer für den übergang“ hinterher total eingeschnappt sind wenn man mit jemand anderem dann in eine beziehung geht. dabei waren die regeln doch klar besprochen! Männer sind komisch … :p

    grüße, lena

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