Der Labrador in meinem Bett

„Wie der Herr so`s Gescherr“ wird ja im Volksmund so oft gesagt. Und bei genauerer Betrachtung des Menschen, in diesem Fall konzentrieren wir uns mal auf die Vertreter männlichen Geschlechts, und deren besten Freundes (natürlich dem Hund), werden einem so einige Parallelen bewusst.

Man hört von zahlreichen Studien, die sich mit Ähnlichkeiten von Hund und Halter beschäftigen. Diese Gemeinsamkeiten auf charakterlicher Ebene sind logisch betrachtet auch ganz gut nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass man sich tendenziell für einen vierbeinigen Freund entscheidet, mit dem man auf einer Wellenlänge liegt. Aber was ist dann mit denen, die keinen Hund haben? Gerade viele jüngere Leute haben keinen eigenen Hund. Wie kann man da über Charaktereigenschaften spekulieren? Nach genauerer Beschäftigung mit der Thematik kann man zu dem Schluss kommen, dass vielen Männer große Ähnlichkeiten im Charakter mit Eigenschaften die verschiedenen Hunderassen zugeschrieben werden. Hier ein Ansatz:

Der Terrier oder die Nervensäge: Der Terrier hat seinen eigenen Kopf. Das ist nicht negativ – ein einmal gesetztes Ziel wird er verfolgen bis er es erreicht hat. Ganz Jagdhund halt. Sie lassen sich nicht von Widrigkeiten abhalten, sein Arbeitseifer ist unübertroffen. Man sieht es ihm nicht unbedingt sofort an, aber wenn jemand seine Pläne durchkreuzt oder etwas macht was der Terrier nicht mag, dann wird er ganz schnell die Konsequenzen zu spüren bekommen.

nesundvögelDer Schäferhund oder der Holzfällerkerl: Er ist der Kerl schlechthin. Er kann bestimmt Holz hacken und in Millisekunden ein Feuer entfachen. Er ist selbstbewusst, weiß was er tut. Schickimicki kennt er vom Hörensagen, und dabei will er möglichst auch bleiben. Er ist eher introvertiert, will nicht unbedingt auffallen. Wenn er jedoch einmal sein Herz an etwas, oder jemanden gehängt hat, ist er diesem treu ergeben. Er würde dann alles tun um diese Person zu beschützen, wird dabei aber auch schnell besitzergreifend.

Der Labrador oder der Schwiegermuttertraum: Er ist der perfekte Freund, er ist gesellig, immer freundlich, Spielen und gutem Essen nicht abgeneigt. Je nach entsprechendem äußeren Einfluss kann seine Spielfreude sich in absoluten Übermut, oder seine Gelassenheit in gepflegte Faulheit verwandeln. Der perfekte Mittelweg wird hier gesucht. Er lässt sich mit den Begriffen „treudoof“ und „leicht verpeilt“ beschreiben und will immer gefallen. Auf Widerworte braucht man bei ihm jedoch nicht zu warten. Vielleicht kommen diese mit dem Alter. Allerdings bleibt der Labrador geistig sehr lange jung ;)

Der Shar-Pei oder Der Exot: Diese sind als Hunderasse zwar unbekannter als Dackel und Co, aber nicht weniger prägnant im Charakter. Ihr Kennzeichen ist ihr Eigensinn, sie sind „ihren“ Leuten bzw. Freunden aber absolut treu ergeben. Sie sind Individualisten, bilden sich nur nicIMG_7461hts darauf ein. Aus Fremden oder „Andersartigen“ machen sie sich auch nicht so viel, wirken eher distanziert. Man kann gut mit ihnen auskommen, allerdings muss es bei ihnen einfach passen.

Der Mops oder das Muttersöhnchen: Er ist modebewusst und achtet vermutlich auch auf seine Ernährung. Er ist aber auch ein toller Freund, mit dem man viel Spaß haben kann. Er mag Typen die ihm ähnlich sind, ist sich der Meinung anderer über ihn zwar bewusst, aber er schert sich nicht großartig darum. Er ist fröhlich, gesellig, kommt überall klar und ist klug.

Dies ist nur eine Auswahl – es gibt unendlich viele mehr! Da ist der Australian Shepherd, der Perfekte, der dir so schnell dein Herz gebrochen hat, weil er immer weiter sucht, aber du einsehen musst, dass er einfach nicht dein Typ ist. Der Pudel, der oft auf sein Äußeres beschränkt wird, dabei ist sein Hauptmerkmal seine Intelligenz, die ihn aber auch schon mal zu einem Streber oder Pedanten werden lässt. Der Border Collie, ein Arbeitstier, der schnell zu einem Kontrollfreak mutiert. Der schicke Magyar Viszla, der anspruchsvoll ist, aber auch ein Sensibelchen. Der Pitbull, der Muskelprotz mit dem Herz für Kinder, der Basset, mit seiner unglaublichen Ruhe und Gelassenheit, und der Boxer beispielsweise, der Romantiker der alle vor Liebe schier erdrückt und einen damit förmlich umwirft, bevor er merkt, dass er noch mehr Leuten seine Liebe zeigen muss und bei jedem ein bisschen Sabber und Pfotenabdrücke hinterlässt. Nicht zu vergessen sind die ganzen Mischlinge, die unser Leben so herrlich abwechslungsreich und spannend machen. Letztenendes haben sie alle das Talent uns mit ihren Augen zu erweichen, bis wir ihnen etwas von unserem Essen abgeben, unser Bett mit ihnen teilen und sie ganz doll in den Arm nehmen.

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Fotos: Franziska Maxi Müller, Jennifer Fix, Henry Lost / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by) bzw. (by-nc)

3 Comments

  • Antworten Juni 12, 2014

    Saskia

    Sehr schön geschrieben!

  • Antworten Juni 25, 2014

    Nastassja

    schöner Artikel, Anne! :) Trifft es auf den Punkt ;)

  • Antworten Juni 25, 2014

    Anne

    Danke :)

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