Ich bin ein Grizzly jetzt.

Lange nichts von mir gelesen und auch jetzt husche ich nur kurz vorbei auf meiner kleinen Durchreise.
 

Hallo und herzlich Willkommen! Ich melde mich hier und heute zu Wort aus meinem aktuell andauernden Strudel der inneren Unruhe. An diesem Ort stressen mich kurz gesagt die kleinsten Dinge: Sogar Verabredungen mit meinen Liebsten werden zur Last. Leider momentan auch diese Kolumne. Und auch wenn ich weiß, dass jeder versteht, dass ich Zeit für mich bräuchte, plagt mich das schlechte Gewissen, es nicht allen recht machen zu können.

Um alles unter einen Hut zu bekommen, fertige ich To-Do-Listen an. Wenn ich keine To-Do-Liste mache, schwirren mir Dinge, die ich zu erledigen habe im Kopf umher. Fliegen mit leisem *doing doing* im Inneren meines Kopfes von Schädelwand zu Schädelwand und durchwandern meine Synapsen mit zeitweisem Geblitze und Gesumme. Wie soll ich es so schaffen, stressfrei durch den Tag zu kommen?!

Eine To-Do-Liste muss her. Mache ich diese allerdings, verfolgt sie mich auf Schritt und Tritt, steht mit dem linken Fuß nervös aufstampfend neben mir und macht einen auf Stefan Raab: “Wir haben doch keine Zeit!”. Was zur Hölle ist also meine Alternative?

Ich weiß es nicht.

Und deshalb ist dies nun mein vorerst letzter Post als Kolumnistin bei “Heels & Herz”. Tänne macht Winterschlaf. Ich bin ein Grizzly jetzt. Wann, wie, wo und in welcher Form wir uns wiederlesen, kann ich euch zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Ich versuche Herr über diese Situation zu werden und meinen königlichen Groove wiederzufinden.
 

“Doch wenn, du Bär sein musst, um Gottes Willen, dann kämpf!

Und ich bin Grizzly jetzt.”
 

Leider weiß ich, dass ich die Möglichkeit haben muss, meine Gedanken in Worte zu fassen. Meiner Stimme eine Bühne zu geben. Ich muss schreiben, um zu Leben, zu atmen… Doch wie soll ich leben, wenn ich mir selbst die Luft abschnüre?

So sitze ich hier nun  à la Bridget Jones unter einem Haufen von Selbsthilfebüchern, die ich mir zu Weihnachten gewünscht hatte und versuche, etwas über mich zu erfahren, was ich nicht schon längst wusste. Schwierig, da ich ein Mensch bin, der viel liest und sehr gut darin ist, sich selbst zu reflektieren. Mittlerweile reflektiere ich schon wieso ich reflektiere wie ich reflektiere. Gibt's dazu auch Bücher? Oder was von Ratiopharm?

Hat der rationale Teil des Hirns keine Chance mehr gegen die emotionale Seite… Ist man dann ein Emo? Emotional manipuliertes Opfer oder was war das nochmal? Vielleicht finde ich es heraus.

Und wenn meine Freunde mittlerweile sogar schon sagen, meine Stories seien langweilig geworden, seitdem ich “so ein ekliges, verliebtes Pärchen” geworden bin, wäre es  vielleicht besser für euch gewesen, hättet ihr mich noch eine Weile als Single erlebt, aber ich muss leider sagen:
 

Die biatch ist tot.

 

Titelbild: Tambako The Jaguar via flickr.com(CC BY-ND 2.0)

 
 

1 Comment

  • Antworten Dezember 31, 2015

    Katrin

    Liebe Tänne,

    es erfordert Mut, sich einzugestehen, dass etwas nicht stimmt, etwas nicht mehr läuft oder etwas keinen Spaß mehr macht.
    Ich hoffe, du kommst gut erholt & voller kreativer Ideen aus deinem Grizzly-Winterschlaf zurück.

    Liebe Grüße, Katrin

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