Der Feind in meiner Küche

Ich bin ja grundsätzlich kein Fan von unangekündigtem Besuch. Genau genommen bin ich nicht nur kein Fan davon, ich finde es sogar ganz grausam, wenn es ohne Vorwarnung an der Tür klingelt. „Hey, na, ich war grad in der Nähe!“ Ja, das ist schön. Aber vielleicht habe ich wassersparend die Klospülung nicht betätigt, bin grade nackig, habe meine Wäsche noch nicht in den dafür zuständigen Korb befördert oder habe gerade Sex. Was auch immer. Mich macht schon eine Nachricht „Ich bin in 10 Minuten da, ist das okay?“ ein wenig unruhig. Ja, Spontaneität ist jetzt nicht so ganz meine allergrößte Stärke. Immerhin arbeite ich daran und umgebe mich zunehmend mit spontanen Menschen. Übung macht den Meister.

Nun gut. Aber alles hat seine Grenzen. Und wenn der Besuch dann noch nicht einmal an der Tür klingelt, sondern sich irgendwie anders in meine heiligen Hallen schleicht und mich dann auch noch Sonntagmorgen um 7 Uhr in der Küche begrüßt, dann ist halt auch mal gut. Ungefragt, versteht sich. In den letzten zwei Wochen hat sich eine Milbenkolonie in meiner Küche ausgebreitet. Mehlmilben um genau zu sein. Keine Ahnung wann und wie die gekommen sind. Aber jetzt sind sie da. Und haben sich gedacht: „Wenn dann richtig, dann machen wir uns richtig breit!“ Und so war am Sonntagmorgen meine heißgeliebte Tchibo Kaffeemaschine nicht mehr wiederzuerkennen. Sie war komplett weiß. Und ihr neues Kleid bewegte sich. Ja, es ist genauso eklig, wie es klingt. Gefühlt eine Million minikleine weiße Punkte, die so vor sich hinkrabbeln. Schock schwere Not. Ihgitt. Gott sei Dank hat die verwöhnte Studentin von heute ja noch eine zweite Kaffeemaschine, für den Fall der Fälle. Haha, Pustekuchen. Auch da, Milbenparty vom Feinsten. So zog sich der Schockzustand dann leider von Regal zu Regal und von Schrank zu Schrank. Jiha. Die Viecher sind leider nur 0,1-0,6mm groß, das heißt, die sieht man nicht, wenn sie nur zu zweit  oder zu dritt oder zu viert sind. Nö, die siehste erst, wenn sie so richtig viele sind. Und da die sich innerhalb weniger Tage versiebenfachen können, geht das auch ganz fix.

Ich bin wirklich ein sauberer Mensch. Vor allem Küche und Bad sind mir heilig, da bin ich wirklich penibel. Aber meine neuen Mitbewohner kommen ganz einfach aus dem Supermarktregal mit in die Wohnung, aus Brot oder Mehl oder solchen Dingen. Und wenn sie´s dann ein wenig feucht haben, so wie in meiner Küche, und viele Trockenprodukte finden, so wie ebenfalls in meiner Küche, dann machen die so richtig Party. Und ich dafür jetzt Putzparty.

Ich gestehe: Solche Situation vermögen mich leicht aus der Fassung zu bringen. Ich stand nun also Sonntagmorgen heulend in der Mitte meiner Küche, sah es plötzlich überall krabbeln (je genauer man hinschaut…), erweckte sogar harmlose Krümel vor meinem geistigen Auge zum Leben und war restlos überfordert. Was tun? Wo anfangen? Wo aufhören?

Und überhaupt, wie viele dieser Tiere hatte ich bitte schön schon konsumiert? Also erst einmal Dr. Google. gefragt. Ein paar Hausmittel gibt’s, viel Geduld, einen Staubsauger, viele Wischtücher und viel Zeit. Ja geil. Ich konnte also erst einmal zwei Kaffeemaschinen entsorgen (Totalschaden), alle Lebensmittel wegwerfen, alle Schränke ausräumen und nun wird jeden Tag fleißig alles gereinigt, was nicht niet- und nagelfest ist. Nicht mal ein Kammerjäger kann mir helfen, ich muss einfach so lange so leben, bis alle Erwachsenen verhungert und alle Eier ausgerottet sind.

Faszinierend an der ganzen Sache ist, was für eine Wut man auf solche „Tiere“ (das klingt viel zu süß) entwickeln kann. Ich fing schon an, ihnen Namen zu geben, um zumindest richtig pöbeln zu können. Und ganz ehrlich, ich kenne durchaus zwei bis fünfzehn Menschen, bei denen das Karma mal eher eine Horde niedlicher, kleiner Mehlmilben hätte fallen lassen können als bei mir. Vielleicht war es von der Mutter Natur ja auch nur ganz nett gemeint, der armen, kleinen Pia ein bisschen Gesellschaft so allein in ihrer großen Wohnung zu bieten. Aber dafür hab ich schließlich Haustiere. Und gern alleine bin ich auch.

Also, liebe Margarete! Es gehört sich einfach nicht, ungefragt in eine fremde Wohnung zu ziehen, alles zu belagern und dann auch noch Aufstand zu machen. Nimm bitte deine Freunde und geh zum Nachbarn. Oder so. Ihr braucht euch auch nicht einmal verabschieden!

Foto via pexels.com (CC0)

4 Comments

  • Antworten Mai 24, 2015

    Saskia

    Oh nein. Das ist uns leider auch schon passiert.

  • Antworten Juni 26, 2015

    Sophie

    Ich dachte, das hier soll ein Blog über Liebe, Dating usw. sein. Hast du schon jemals was zum Thema passendes geschrieben?
    Ich kenne von dir nur Beiträge mit irgendeinem „So und das ist die Moral: wir müssen jetzt alle das Leben schätzen“-Ton. Und einen Beitrag über Milben zu schreiben, ist ja echt die Krönung.
    Die anderen beiden geben ja immerhin meistens einen ganz schönen Einblick in ihr Liebesleben (Tänne auch nicht immer, aber sie gibt sich Mühe). Aber warum solche Posts von dir hier ständig veröffentlicht werden, wenn der Blog unter einem Liebesthema stehen soll, verstehe ich einfach null.
    Sorry, ich möchte dir nicht zu nahe treten und hier auch niemanden schlecht darstellen, aber ganz ehrlich: du und die Macher dieser Seite sollten sich vielleicht mal Gedanken über das Ziel hier machen. Wenn das nämlich eine Seite über Flirten, Dating und co. ist, fallen deine Sachen da halt einfach echt raus.

    • Antworten Juni 27, 2015

      Katrin

      Liebe Sophie,

      danke für deine ehrliche Kritik. Du hast Recht, nicht immer geht es hier zu 100% um Dating oder Liebe. Aber es handelt sich schließlich um eine persönliche Kolumne und die drei Mädels hier haben die Freiheit, zu entscheiden, worüber sie aktuell bloggen wollen. Darüber hinaus kann es gerade beim Dating-Thema ja gut passieren, dass es aktuell nichts neues zu berichten gibt, oder dass es zwar News gibt, die aber zu privat sind, um auf Heels & Herz veröffentlicht zu werden. Man muss erstmal den Mut haben, so offen über sein Liebesleben zu schreiben – da sollten wir es den Mädels verzeihen, wenn sie mal einen Exkurs machen ;) 
      Viele Grüße, Katrin

      • Antworten Juni 27, 2015

        Sophie

        Hallo Katrin,
        danke, dass du auf meinen Kommentar eingegangen bist. Ein Exkurs – klar kein Problem!
        Nur bei dieser speziellen Autorin ist mir aufgefallen, dass sie schon seit Monaten einen solchen „Exkurs“ macht. Ich möchte sie auch nicht an den Pranger stellen, trotzdem frage ich mich, ob das geeignet ist für einen Blog, in dem sich zwar nicht alles immer um Eines drehen muss, der aber doch unter einem klaren Oberthema steht.
        Ich habe absolut Respekt dafür, dass man öffentlich über solche Sachen berichtet. Aber die Mädels haben sich ja auch selbst dafür entschieden. Und auch wenn einmal nichts aktuelles im eigenen Liebesleben passiert, sollte man ja doch imstande sein, aus seinen Erfahrungen, seinem Umfeld oder allgemeinen Gedanken über die Liebe zu ziehen.
        Als Leser hat man ja doch bestimmte Erwartungen, wenn man sich auf so einer Seite rumklickt und die werden für mich persönlich durch solche Texte nicht erfüllt. Wenn ich etwas Milben oder Karriereentscheidungen erfahren möchte, wäre das hier nicht die Seite, die ich frequentieren würde. Und dementsprechen finde ich es umgekehrt irritierend ständig solche Beiträge hier vorzufinden.

        Naja, ich denke, ich habe meinen Gedankengang klargemacht. Trotzdem natürlich ein Lob für eure Arbeit, die ich dadurch auch gar nicht in Frage stellen möchte…

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