Ungeschminkt schön

Ungeschminkt. Nackt. Für uns Mädels heutzutage fast ungewöhnlich. Gerade erst gestern, als ich mit zwei Kumpels unterwegs war, mich nach dem Training total beeilt habe und somit mit nassen Haaren und ohne Schminke in die Bar gekommen bin, ist mir wieder aufgefallen, wie anders man sich fühlt. Hilfloser. Angreifbarer. Verletzlicher. Dabei ist das doch unser „Urzustand“, so wie wir auf die Welt gekommen sind. Es ist nicht von der Natur vorgesehen, dass wir uns schminken.
Deswegen war mein erster Satz auch: „Sorry Jungs, ich bin ungeschminkt.“ Und auch auf ihre Beteuerungen dass man bei mir keinen Unterschied sehen würde, fühle ich ihn. Den Unterschied zwischen zurechtgemacht, (im besten Falle) makellos geschminkt, alle Unreinheiten überdeckt und die Wimpern getuscht, damit die Augen größer werden. Nicht selten fällt mir fast alles aus dem Gesicht, wenn ich ein Mädchen ungeschminkt sehe, was ich sonst nur geschminkt erlebe.

Früher war das ganz anders, da

bin ich eigentlich nur ungeschminkt herumgelaufen und habe mir höchstens mal die Wimpern getuscht. Schmink-skills habe ich bis heute nicht wirklich, alles was ich „kann“, habe ich von meiner Schwester gelernt.

Ich habe nie verstanden, wie sie sich jeden Morgen 20 Minuten ins Bad stellen kann um sich zu schminken. Es mache ihr „Spaß“ und sie fühle sich einfach wohler damit. Und das kann ich verstehen. Auch wenn man kein Contouring-Pro ist, kann man sich durch Schminke einfach optisch verschönern. Und seitdem ich Hautprobleme (Chlorakne) habe, traue ich mich in schlimmsten Zeiten nicht ohne Concealer aus dem Haus – noch nicht mal, wenn ich am Beckenrand in Sportklamotten stehe und Schwimmtraining gebe. Und ja, nur wegen ein paar Pickel im Kinnbereich. 

Und dennoch: ungeschminkt fühle ich mich zwar nicht so „schön“, dafür aber reiner. Wer kennt es nicht, das Gefühl nach einer langen Nacht und das lang ersehnte Abschminken zuhause? Ich bin noch nie mit Make up ins Bett gegangen, egal wie müde ich war.


Und die Jungs? Bemerken meistens kaum einen Unterschied zwischen geschminkt und ungeschminkt – bestes Beispiel meine zwei Freunde. Und fast jeder Junge, den ich kenne, steht auf natürliche Frauen. Zu viel Schminke wirkt eher abschreckend, wird belächelt und als aufgetusst empfunden – zumindest vor mir. Denn meistens kleben die Kerle den entsprechenden „Tussis“ dann regelrecht am Hintern. Doch warum? Weil die Mädels diese Ausstrahlung haben. Sie fühlen sich wohl, weil sie sich bewusst sind, dass keiner ihren Pickel am Kinn sieht, dass ihre Augenringe gut abgedeckt sind und sie die Situation unter Kontrolle haben. Und diese Ausstrahlung habe ich nicht, wenn ich weiß, dass meine Wimpern nicht getuscht sind, meine Lippen so klein und schmal aussehen – wie sie eben sind. Schade eigentlich. Warum machen wir unser Wohlbefinden so von unserer äußeren Erscheinung abhängig?

Denn für Männer ist es wichtiger, wie die Frau ist und nicht, wie sie aussieht. Zumindest für die Männer, mit denen ich mich treffen möchte. Wenn er mich nicht in meiner Jogginghose schön findet, sondern nur, wenn ich im Kleid vor ihm hertanze, dann ist er abgeschrieben.
Dass sich Männern freuen, wenn wir etwas zurechtgemacht haben, uns Mühe mit unserem Aussehen – natürlich nur um ihnen zu gefallen ;) – gegeben haben, fühlen sie sich wertgeschätzt und geben gerne mit ihren hübschen Freundinnen an. Genauso wie wir es umgekehrt mögen, wenn unser Freund beim ersten Zusammentreffen mit unseren Eltern oder Freunden nicht in seinem abgeranzten Lieblingsshirt auftaucht, sondern sich Mühe gibt, so positiv wie möglich zu wirken.

Stattdessen ist dieser ganze „Perfection – Flawless – Firlefanz“ a la „I woke up like this“ abschreckend. Kein Mädchen sieht aus, wie die Instagramgirls unter dem Hashtag #iwokeuplikethis. Wenn ich aufwache, sind meine Haare zerzaust, mein Gesicht zerknittert und meine Augen sind klein und müde. Und das ist auch okay so. 

Dennoch gibt es ein paar Ticks und Tricks – wie ihr auch ohne viel Arbeit ungeschminkt gut ausseht. Deswegen habe ich heute ein paar Produkte für euch, damit ihr euch auch ungeschminkt wohl fühlen könnt.

Abschminken: 
Natürlich – der erste Grund, um ungeschminkt zu sein, ist die Schminke zu entfernen. Ich gehe niemals geschminkt zu Bett, das ist wirklich das Schlimmste, was ihr eurer Haut antun könnt. Am liebsten benutze ich zum Abschminken für die Haut Mizellenwasser – ob in der teureren Variante von Bioderma oder günstig von Garnier – ist euch überlassen. 
Hauptsache: Runter mit dem Makeup, damit ihr eure Haut pflegen könnt.

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Reinigung
Morgens und abends reinige ich mein Gesicht mit Waschgel – derzeit das von Luvos, aber ich habe bisher mit jeder Naturkosmetik gute Erfahrungen gemacht. Und natürlich verträgt jede Haut andere Produkte gut. Ein – zweimla die Woche nehme ich zudem eine Maske (zB von Neutrogena oder eine Heilerdemaske von Luvos) oder mache ein Peeling (meistens mit dem Aqua peeling von Alverde). Nach dem Abwaschen des Waschgels / der Maske / des Peelings benutze ich Gesichtswasser. Danach wird meine Haut nur noch eingecremt, auch hier mag ich das Luvos Heilerde Serum sehr gerne (das gibt es in günstiger auch von Alverde). Und nein, ich habe die Produkte nicht zum Testen bekommen, ich benutze sie nur noch, seitdem meine Kosmetikerin sie mir empfohlen hat.  Die Totes Meer Salbe von Schaebens ist aber auch super, nur nicht ganz so sanft zur Haut, deswegen trage ich sie nur 2-3 Mal die Woche auf.

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1 Comment

  • Antworten Juni 14, 2016

    Saskia

    Ein schöner Beitrag. Immer weniger gehen ungeschminkt raus. Eine Arbeitskollegin nicht. Die kommt jeden Tag ungeschminkt. Sie hat letztens geheiratet. Leicht geschminkt. Das sah echt gut aus und ich kann nicht verstehen, warum sie sich für die paar Handgriffe nicht die Zeit nimmt.

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