Streit in der Beziehung – ein Lösungsansatz

Jeder kennt es: dieses Pärchen, in dessen Beziehung alles immer super toll und harmonisch ist. Streit? Niemals!

Doch gehören kleinere Zankereien und manchmal sogar größere Auseinandersetzungen nicht zu einer guten Beziehung dazu?

Schon Goethe, der große Dichter und Denker, sagte einst:

In Partnerschaften muss man sich manchmal streiten, denn dadurch erfährt man etwas mehr voneinander.

 

Es gibt viele Gründe, über die es sich herrlich streiten lässt. Zum Beispiel der Kampf um die Fernbedienung. Er will Fußball gucken, sie ihre Lieblingsserie. Oder auch: Er muss unbedingt mit seiner Konsole spielen, statt mit ihr gemeinsam eine Liebesschnulze anzusehen. Zugegebenermaßen ist es ziemlich unnötig, sich wegen diesen banalen Gründen gleich in den Haaren zu liegen. Doch wie lassen sich diese Konflikte vermeiden bzw. lösen?

 

Der ganz alltägliche Wahnsinn – die Hausarbeit

Je länger eine Beziehung andauert, desto fauler wird man – und frau auch. Da kann die Frage: "Schatz, bringst du heute den Müll runter?" schon mal zu einer Debatte ausarten. Die darauffolgende Aussage ("Das habe ich das letzte Mal aber schon gemacht!") kann zu einer Erhitzung der Gemüter führen. Als Gegenargument kann in diesem Moment folgendes angebracht werden: "Ich mache aber sonst viel mehr im Haushalt als du. Und außerdem wolltest du doch eh gleich runtergehen!"

Dies lässt der Beschuldigte meistens nicht auf sich sitzen und so entsteht ein Teufelskreis, der damit endet, dass einer der beiden entnervt und vor sich hin fluchend den Müll runterbringt. An einem schlechten Tag sind dann die Mülltonnen bereits voll, der Sack wird lieblos hingeworfen, platzt auf und verursacht einen noch größeren Ärger.

Ähnliche Situationen können natürlich auch bei der Frage nach dem Verantwortlichen für den Abwasch, das Säubern des Katzenklos oder anderen häuslichen Putzaufgaben entstehen.

 

Lösung: Auch wenn es spießig ist, so kann das Anlegen eines Haushalts- und Putzplans dabei helfen, Uneinigkeiten zu vermeiden. Kleinere Erpressungen können auch zum Ziel führen: "Wenn du diese Woche den Müll rausbringst, massiere ich dir jeden Tag 5 Minuten die verspannten Schultern." Außerdem ist es denkbar, die Verantwortlichkeiten von Spielen abhängig zu machen. Schnick-Schnack-Schnuck, Würfeln, Pokern – die Möglichkeiten sind vielfältig. Aber aufgepasst: Mehrmaliges Verlieren bedeutet in diesem Fall auch mehr Arbeit.

 

Bros before Hoes?

Freundschaft ist wichtig. Auch wer in einer festen Partnerschaft ist, sollte seine Freunde nicht vernachlässigen. Doch wenn ER lieber mit seinen Kumpels Zeit auf dem Bolzplatz oder in der Kneipe verbringt, kann SIE schon einmal verärgert darüber sein. Ähnlich sieht es aus, wenn SIE alleine mit ihren Mädels feiern geht und ER zuhause auf der Couch sitzt. Schnell kann dabei Eifersucht entstehen. Und das nicht nur auf potentielle Flirtpartner, sondern auch auf die Freunde.

 

Lösung: Perfekt ist es, wenn der Freundeskreis ähnlich ist. Dann können öfter gemeinsame Aktivitäten unternommen werden und es entsteht kein Neid – und kein Streit. Außerdem kann es für die Partnerschaft auch erfrischend sein, nicht 24/7 aufeinander zu hocken. Beziehungen basieren schließlich auf Ehrlichkeit und Vertrauen. Sind diese Komponenten vorhanden, sollten alleinige Ausflüge auch kein Problem darstellen.  

 

Fazit

In einer Beziehung ist es wichtig, über alles reden zu können. Mindestens genauso notwendig ist jedoch auch das Zuhören. Um Streitigkeiten vorzubeugen, sollten also bestehende Konflikte angesprochen werden, denn:

"Man löst keine Probleme, indem man sie aufs Eis legt.

Besser einander beschimpfen als einander beschießen."

Winston Churchill

 

Und nach einer langen Auseinandersetzung ist die Versöhnung schließlich das allerschönste. Wehmütig entschuldigt sich dann einer der Streithähne – der Klügere gibt schließlich nach – oder beide fallen sich lachend in die Arme. Manchmal muss ein Kompromiss gefunden werden.

Vielleicht sollten wir es alle so machen wie Marshall und Lily aus der Fernsehserie "How I Met Your Mother". Die beiden drücken in einem Streit einfach den Pause-Knopf, um zu vermeiden, dass er eskaliert und sie sich Dinge an den Kopf werfen würden, die sie später bereuen.

Auch, wenn es kitschig klingt, so ist dieses abschließende Zitat von Theodor Fontane durchaus zutreffend:

„Jedes Wetter tobt sich aus, eines Tages haben wir wieder den Regenbogen, und das Fest der Versöhnung.“

Foto: Maria Amelie / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

1 Comment

  • Antworten Juli 22, 2014

    Saskia

    So einen Putzplan brauchen wir auch :D Wobei wir nicht wirklich darüber streiten….

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